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Name: Lanthalon Thal'ien Forthing

Alter: 30 Jahre

Rasse: Mensch

Klasse: Krieger

Herkunft: Sturmwind

Berufung: Freidenker

Der Anfang - Wie alles begann:

Lanthalon war eher ein Zufallsprodukt und von Anfang an wohl ein freier Geist.

Seine Mutter war Kapitänin eines großen Handelsschiffes, der , die die Küste des östlichen Königreiches mit allerlei Waren belieferte. Während sie Unterhandlungen mit den Händlern der Stadt Sturmwind führte, lernte Selina Forthing einen Unteroffizier der königlichen Streitmacht kennen – Lanthanven Thal’ien.

Er verliebte sich schnell in die hübsche Selina, die mit ihrer Anmut und Eleganz allen Anlass dazu bot. Ob diese Liebe auf Gegenseitigkeit beruhte hat Lanthalon nie erfahren.

Sie verbrachten einige Tage und Nächte miteinander, bevor Selina – nichts ahnend – wieder abreiste um mit der wieder auf See zu fahren. Die Briefe die sein Vater Selina schickte hält er heute in einer kleinen Kiste bewahrt, sie wurden niemals beantwortet.

Unwissend wickelte Selina weiter ihre Geschäfte ab, doch schließlich war ihr Umstand kaum mehr zu leugnen. Nachdem sie einen Priester aufgesucht und der ihr eine Schwangerschaft bestätigt hatte, ließ Selina die in den Hafen Menethils einlaufen, in der Hoffnung das der vermutliche Vater noch lebe.

Lanthanven Tha’lien war nun ein wichtiger Mann im Dienste des Königreiches, viel beschäftigt und kaum mehr mit dem liebevollem Mann zu vergleichen der er einst war. Und doch fand Selina bei ihm den Schutz den sie benötigte. Wenige Wochen nachdem sie Lanthanven ihre Schwangerschaft erklärt und in ein Zimmer seines Hauses eingezogen war, gebar sie ihren ersten Sohn.

Die ersten Wochen nach Lanthalon’s Geburt blieb Selina noch in Sturmwind, doch schon bald zog es sie wieder hinaus…auf die See und zu ihrer .

Im Einverständnis mit dem Vater ihres Sohnes, verließ Selina die Stadt und kehrte zurück zu ihrem Schiff.

Lanthalon blieb bei seinem Vater zurück und verbrachte dort die ersten vier Jahre seines Lebens. An diese Zeit kann er sich kaum noch erinnern, das Bild seiner Amme ist verschwommen, und das seines Vaters war während seines späteren Lebens fast gänzlich verwischt.

Seine Mutter behauptete immer er sei ganz sein Vater, und später sollte Lanthalon feststellen dass das mehr als nur stimmte.

Als er das vierte Lebensjahr Inne hatte, kannte Lanthalon seine Mutter immer noch nicht. Weder ein Brief, noch ein Foto oder irgendetwas hätte ihm als Orientierung dienen können. Dies änderte sich jedoch schlagartig, als Selina im Haus seines Vaters auftauchte, und ihren Sohn zurücknehmen wollte. Sie hatte einen zweiten Sohn bekommen, von einem anderen Mann und wollte Lanthalon nun für dessen Gesellschaft.

Selina bekam was sie verlangte, nach heftigen Streitereien nahm sie Lanthalon mit sich und verließ eilig Sturmwind. Weder sie, noch ihre Söhne betraten die Stadt für die nächsten langen Jahre wieder.

Die Erinnerungen an die ersten Tage, Wochen und Monate auf der sind kaum mehr blasse Schemen für Lanthalon. Jedoch wurde ihm schnell bewusst dass sein jüngerer Bruder eindeutig mehr im Herzen seiner Mutter wog als er selbst. So lernte er zwar Selina Mutter zu nennen, eine wirkliche Beziehung konnte er aber nie zu ihr aufbauen.

Während der Jahre des Heranwachsens bekamen beide Jungen Aufgaben auf dem Schiff. Während Lanthalon auf dem Ausguck wache hielt, lernte sein zwei Jahre jüngerer Bruder Darian die wichtigsten Dinge über Schiffe, Seewege und den Handel.

In dieser Zeit wurde der Nachtelf Albion Esthandir, Steuermann der , zu Lanthalon’s Freund und Lehrmeister in der Kampfkunst. Als Lanthalon den ersten Hieb mit dem Holzschwert gegen den Elfen führen konnte verbeugte sich dieser vor dem Jungen und schenkte ihm zur Anerkennung seiner Kunst ein altes, elfengeschmiedetes Katana, welches einen uralten Zauber in sich barg. Heute noch ist dieses Schwert ein wichtiges Erinnerungsstück für Lanthalon.

Die Jahre vergingen und beide Jungen wuchsen rasch heran. Während Lanthalon jedoch ein impulsiver, starker Mann geworden war, war sein Bruder eher klug und geschickt geworden. Seiner Mutter nahm er bereits jetzt, im Alter von 19 Jahren, einen Großteil der Handelsabkommen ab und führte sie selbst aus.

So lernte Darian Schritt für Schritt selbst in die Hauptstädte zu reisen und seine Verträge abzuschließen, und Lanthalon begleitete ihn bald als Unterstützung und Schutz.

In den Häfen galt der abenteuerlustige Lanthalon immer als Willkommener Gast. Er ging den gröbsten Streitereien aus dem Weg, war weder schüchtern noch gehemmt, konnte die wildesten Geschichten zum Besten geben und dabei wunderbar über sich selber Lachen. Seinen Bruder nahm Lanthalon ab und an auf solche „Streifzüge“ mit, und auch sonst blieben die Brüder meist zusammen.

Als Lanthalon sein 25. Lebensjahr hinter sich ließ plagte ihn die Frage, wer sein leiblicher Vater war und was er nun machte. Selina schwieg über dieses Thema hartnäckig, sie hielt es für besser wenn Lanthalon bei seinem Bruder Darian blieb.

Darian jedoch tat seinem Bruder den Gefallen und arrangierte eine Reise nach Sturmwind, beide sollten dort die Winterpause verbringen und für die neue Handelsroute Pläne ausarbeiten. Darian schaffte es unter einigen Verbindungen Informationen über Lanthalon’s Vater zu erfahren.
….
„Immer noch nichts Neues?“
Darian schüttelte den Kopf, zog die Kerze näher an das Pergament und beugt sich vor. Lanthalon zog den langen, schweren Mantel aus und legt ihn über einen verwitterten Stuhl.
„Es regnet mal wieder.“, begann er, wurde jedoch desinteressiert von seinem Bruder unterbrochen. „Ich brauche neue Tinte.“
Der schwarzhaarige Mann hob eine Augenbraue, eines seiner Zeichen die sich im Laufe seines Lebens festgesetzt hatten. „Jetzt?!“
„Jetzt.“ Die Stimme Darian’s war kühl und arrogant, ein Tonfall den er sich ebenso angewöhnt hatte wie das ständige Desinteresse an allem was ihm nicht nutzte.
Lanthalon seufzte und warf seinem Bruder einen Blick zu. Seit Tagen studierte er dieses Buch, das aus einem Haufe Pergamentfetzen bestand, und schrieb jegliche Information fein säuberlich in ein kleines Notizheft, das er stets bei sich trug.
Es half nichts, widerstrebend zog der Krieger den schweren Mantel wieder an und ging schweigend in den Regen hinaus.
Schnellen Schrittes lief er durch die Straßen Sturmwinds in den nächsten Laden, um Tinte zu erfragen. Er wurde bald fündig. Als er jedoch zufrieden mit einer Großen Phiole Tinte den Laden verließ prallte jemand heftig mit ihm zusammen. Die Gestalt vor ihm, tief in einen roten Mantel gehüllt gab ein Entrüstetes „Uff!“ von sich, viel längs auf die triefnasse Straße und bekam, als ob es nicht schon genug wäre, das Tintenfass auf den Kopf. Mit einem splitternden Geräusch zerschellte das Fass auf dem Boden und besprenkelte die Gestalt von Kopf bis Fuß mit schwarzblauen Punkten.
„Uhm, Verzeihung!“, murmelte Lanthalon und bückte sich, um dem am Boden Liegenden aufzuhelfen. Eine schlanke Hand streckte sich ihm entgegen und schließlich kam ein zierliches Gesicht unter der Kapuze zum vorschein.
„Verzeiht mir, das war ziemlich dumm von- …“, begann sie, brach aber ab als sie Lanthalon ansah. Er lächelte nun, ihr rotes Haar war ebenfalls von einigen schwarzblauen Tintenflecken versehen, ihr Gesicht genauso, trotzdem gefiel sie ihm auf an Hieb.
…..

In dieser Nacht begegnete Lanthalon zum ersten Mal Juliana, sie war damals 20 Jahre alt und eine Schülerin der Magierakademie in Sturmwind. Beide mochten einander und so trafen sie sich einige Male.
….
Juliana lächelte den Mann vor ihr an. Lanthalon war ein Gentleman, sympathisch, gut aussehend und er brachte sie zum Lachen. Sie hatte sich Hals über Kopf in ihn verliebt und nun stand sie allein mit ihm in ihrem Zimmer.
Lanthalon lächelte und fuhr mit seiner Hand durch ihre Haare. Er liebte ihre roten Locken. Eigentlich liebte er alles an ihr, die komplette Frau, jedes kleinste Detail das er nur zu gern in voller Länger erkunden wollte.
Er beugt sich hinab und küsste sie zärtlich, während sie ihren warmen Körper an den seinen schmiegte.
Es waren herrliche Tage und Wochen gewesen die die beiden miteinander verbracht hatten, und zwischen beiden herrschte ein stilles Einvernehmen, das sie einander nie verlassen würden.
….

Lanthalon vergaß die Suche nach seinem Vater völlig über der Sache mit Juliana, die nun zu etwas wirklich festem heranwuchs. Auch seinen Bruder vernachlässigte er sträflich, im Grunde hatten weder er, noch Juliana wirklich Augen für ihn…jedoch hatte Darian welche für Juliana. Während Lanthalon sich seiner ersten Liebe hingab konnte er die neidvollen Blicke seines Bruders nicht bemerken.

Darian hatte Juliana vom ersten Augenblick an begehrt und die Leidenschaft mit der sie seinen Bruder liebte brachte Darian fast um. Er behielt es jedoch für sich, wie konnte Juliana ihn wählen, wenn sie doch den „Helden“ Lanthalon hatte?

So vergingen einige Wochen und zwei Monate verstrichen. Es wurde Zeit aufzubrechen.
….
„Ich kann nicht mit zurück, Bruder.“
„Was?!“
„Ich…Ich werde Juli nicht zurücklassen. Ich liebe sie! Ich will sie heiraten, Darian!“
„Du KANNST sie nicht heiraten! Du musst zurück zur , was ist mit der Suche nach deinem Vater - und mit Mutter?“
„Ich…“, Lanthalon seufzte und blickte seinen Bruder verzweifelt an. Er war hin und hergerissen zwischen seinen Gefühlen. Einerseits Band ihn nicht wirklich etwas and ei und seine Mutter, aber er wollte seinen Bruder nicht enttäuschen. Juliana zurücklassen war aber eine Möglichkeit, die er nicht eine Sekunde in betracht ziehen wollte.
„Lass sie hier, Thalon, sie ist es nicht wert das du deine Familie im Stich lässt. Wir brauchen dich auf der , und dein Vater braucht dich vielleicht irgendwo in dieser Welt.“
Darian musterte seinen Bruder. Lanthalon war muskulös, groß und perfektionierte mit seinen wilden, schwarzen Haaren das Bild eines ungezähmten Freidenkers. Er machte was er wollte, oder zumindest was man ihm zu wollen vorgaukelte.
„Du hast Recht, Bruder, ich sollte meine anderen Pflichten nicht vernachlässigen. Ich werde mit Juliana reden.“
„Denk daran dass wir morgen aufbrechen wollen.“
Damit verabschiedeten sie sich und Darian ging zu Bett. Lanthalon jedoch machte sich auf, um Juliana aufzusuchen.


Anders als Darian gehofft hatte handelte sein Bruder. Am nächsten Mittag standen er und Juliana gemeinsam am Hafen und luden ihr Gepäck auf die . Juliana und Lanthalon hatten sich entschieden zusammen zu bleiben, vielleicht würden sie heiraten, allerdings hatte Lanthalon sie noch nicht gefragt, er wollte abwarten was die Zeit ergab. Juliana hatte es gefreut ihn begleiten zu dürfen, die Ausbildung in der Akademie brach sie ab und schnell waren ihre Sachen verkauft und das wenige was sie mitnehmen wollte verstaut. Seine Mutter und Darian waren weniger begeistert, der Rest der Crew nahm es mit der allgemeinen Gleichgültigkeit hin.

Lanthalon strahlte und war glücklich, er hatte sie mitnehmen können, würde sie bald heiraten und konnte weiter seiner Familie helfen.

Für ihn blieb fast alles wie es war, mit einem kleinen Bonus.

So vergingen einige Monate und schließlich sogar Jahre die Juliana mit Lanthalon auf dem Schiff verbrachte. Mit ihren vielseitigen Talenten machte sie sich nützlich und wurde schnell ein akzeptierter Teil des Schiffes. Doch das Glück sollte nicht ewig halten.

Kurze Zeit nachdem Lanthalon endlich um Juliana’s Hand angehalten und diese sprachlos zugestimmt hatte, erlag Selina dem Leiden einer schweren Lungenentzündung. Beide Brüder segelten nach Menethil und blieben dort eine Woche, um ihre Mutter auf dem Friedhof des Hafens zu beerdigen.

In ihrem Testament hatte Selina alles ihrem „einzig wahren“ Sohn vermacht. Darian erhielt die so geliebte und damit auch alle rechtlichen Handelsverträge seiner Mutter.

Sie segelten weiter, denn nun hielt Darian straff die Zügel der und führte sie zu den neuen Ufern in Kalimdor, um dort weitere Handelsabkommen zu schließen.

Einige Monate vergingen und es schien sich eine gleichmäßige Gewohnheit über das Schiff zu legen. Der Schmerz über den Verlust der Mutter verkraftete Lanthalon gut, Darian jedoch vermisste sie sehr.

Zwischen Juliana und Lanthalon war alles in Ordnung. Meinte zumindest Lanthalon. Juliana jedoch wurde mit der Zeit unglücklich. Sie hatten immer noch nicht geheiratet, es war einfach keine Zeit übrig geblieben und die wenigen Abende die sie in irgendwelchen Häfen verbrachten war Lanthalon meist in den Tavernen und feierte ausgelassen – ohne sie, denn Juliana mochte das Laute Lärmen nicht.

Juliana seufzte leise und ließ sich in ihre Hängematte gleiten. In einer anderen Ecke des großen Raumes saß Darian, tief vorgebeugt über ein Pergament, das er mit einer kleinen Kerze anleuchtete. Die Frau musterte ihn, er sah gut aus – völlig anders als Lanthalon. Schlank, sehr schmal im Gesicht mit ordentlich kurzem Haar und rasiertem Bart. Die wasserblauen Augen wirkten intelligent und schauten stets abschätzig. Er war ein ziemlicher Denker, immerzu berechnete er etwas und tat nichts unüberlegt – vielleicht war es genau das was Juliana an ihm reizte, das völlige Gegenteil zu ihrem Verlobten.
Er schaute auf und bemerkte ihren Blick.
„Alles okay mit dir, Juli?“
„Hmm, ja wahrscheinlich.“ Juliana ließ ein schwaches Lächeln über ihre Lippen gleiten. Darian musterte sie, er begehrte sie immer noch sehr, aber er hatte sich damit abgefunden das sie seinen Bruder heiraten würde.
„Wir könnten ein Glas Wein zusammen trinken.“
„Eine sehr gute Idee.“ Juli erhob sich und ging zu ihm hinüber. Schnell hatte er zwei Weingläser geholt und einen Stuhl für sie herangezogen. Beide setzen sich und stießen an.
„Ist er wieder in einer Schenke?“, fragte Darian nebenher.
Juliana nickte mit unglücklichem Gesichtsausdruck.
„Er sollte dich nicht sooft allein lassen.“ Darian schenkte ihr ein Lächeln, und sie erwiderte es. Nach dem zweiten Glas Wein kündigte Juliana an das sie zu Bett gehen wolle. Beide erhoben sich und Darian begleitete sie noch über das Deck bis zu dem kleinen Raum das sie und Lanthalon bekommen hatten.
„Eine wunderschöne Nacht.“, hauchte sie leise und betrachtete den Sternenhimmel.
„Nicht nur die Nacht.“, erwiderte Darian leise. Er war ihr ziemlich nahe, musste Juli feststellen und komischerweise war es ihr überhaupt nicht unangenehm.
Juli schaut ihn fragend an. „Was meinst du damit?“
„Juli, ich-…“, setzte Darian an, doch weiter kam er nicht.
Juliana war den letzten Schritt an ihn herangetreten, so nah das er ihren wunderbaren Duft riechen konnte und ihre Wärme spürte. Langsam hob er seine Hand und fuhr ihr zärtlich über die Wange.
Sie lächelte, dann beugte er sich auch schon die letzten Zentimeter zu ihr hinüber und legte seine Lippen auf die ihren. Es wurde ein langer, zärtlicher Kuss der Darian fast den gesamten Atem raubte. Keuchend löste er sich von ihr, und sie atmete ebenfalls schwerer.
„Juli…“ Weiter kam Darian nicht, schon hatte Juliana die Arme um seinen Nacken gelegt und ihren Körper fest an den seinen gedrückt. Der nächste Kuss wurde weniger zärtlich, er war leidenschaftlich und innig. Sie war so dicht bei ihm wie er sie nie zu glauben gewagt hätte.
Keiner von beide bemerkte den dunklen Schatten am Rande des Hafens, der ungläubig zu den beiden hinaufstarrte…


Lanthalon wusste nicht wie er damit umgehen sollte. Juliana und sein Bruder. Er hatte sich in dieser Nacht schnell zurückgezogen und es nicht gewagt hinüber zu gehen. Die Nacht verbrachte er Windgeschützt zwischen einigen Kisten im Hafen, Schlaf fand er eh keinen. Ihm waren nicht die Blick seines Bruders entgangen in den letzten Monaten, doch er hatte es toleriert, denn er wusste das die Liebe seines Bruders zu Juliana aufrichtig war und keiner klärenden Worte bedurfte. Aber er war auch davon ausgegangen, das Darian seine Liebe zu Juliana im Zaum halten und Lanthalon’s Gefühle ebenso respektieren würde. Hatte er sich so sehr in ihm getäuscht?

Doch jetzt – jetzt hatte sich endgültig etwas verändert.

In den nächsten Tagen die sie weiter vor Theramore ankerten war Lanthalon kaum anwesend. Er streifte in der Gegend umher, betrank sich die meisten Abende und schlief wo es ihm gerade passte. Er wollte weder die Crew noch einen der beiden anderen, eigentlich überhaupt niemanden, sehen.

Juliana und Darian hingegen wussten nichts von Lanthalon Entdeckung. In dieser Nacht auf dem Schiff hatte Darian mehr von dieser Frau bekommen als er je selbst gewagt hätte zu nehmen. Und doch blieb Juliana nun zurückhaltend und auf einer leichten Distanz zu ihm.

Das Lanthalon sie mied, wussten beide nicht.

Juliana’s Miene wurde immer unglücklicher, Angst überkam sie, das Lanthalon etwas bemerkt haben könnte oder Darian mit ihm geredet hatte.

So ging sie eines Abends zögernd in Darian’s Kammer, um mit ihm diese Sache zu klären. Daraus wurde nichts, denn sobald der kleinere der Forthing-Brüder allein mit der rothaarigen Frau war begann er ihr hilflos von seiner Liebe für sie zu erzählen, er malte die Zukunft der beiden aus, und erklärte, das Lanthalon es verstehen würde wenn beide ihm versicherten das ihre Liebe echt war. Juliana, allein und unglücklich, glaubte dem jungen Mann. Die ehrliche Liebe von der er sprach würde auch für sie eines Tages wahr werden, und dann würde sie glücklich sein.

Sie wollten es Lanthalon sagen, sobald er wieder auftauchte.

Lanthalon jedoch hielt sich fern vom Schiff, oder besser, fern von den Leuten darauf. Das Schiff selbst behielt er im Auge, und auch die mehr oder minder heimlichen Blicke und Berührungen die Juliana und Darian einander schenkten blieben seinen Augen nicht versteckt.

In dieser Zeit stieß bald eine alte Freundin zu ihm. Leylin, eine Nachtelfe aus den Wäldern Kalimdors, war ebenfalls eine Begleiterin des Elfen Albion Esthandirs gewesen und hatte sich in der Zeit von Lanthalon’s Unterricht mit dem jungen Menschen angefreundet.

Sie hatte ihren eigenen Kopf und eigene Ideen, die sie nicht recht in die Gesellschaft passen ließen. Deshalb war sie häufig allein, und unter Freunden ziemlich schweigsam. Wenn sie etwas sagte war es wohl überlegt und verfolgte ein Ziel.

Sie schenkte Lanthalon den nötigen Trost und in den wenigen, aber intensiven Gesprächen die beide führten drängte sie ihn, endlich etwas zu unternehmen.

Lanthalon musste handeln, und er entschied sich für eine konfliktfreie, leichtere Art. Eine Art, die seine Familie nicht auseinander reissen, und weder seinen Bruder noch Juliana unglücklich machen würde. Das war ihm wichtig, denn wozu wäre es gut alle drei Personen unglücklich zu machen?

An diesem Abend ging er mit Leylin in die Taverne. Er hatte sie eingeladen soviel auf seine Kosten zu trinken wie sie vertrug, und das tat sie auch bereitwillig. Leylin konnte trinken wie ein Zwerg. Er amüsierte sich lautstark und ausgiebig mit ihr, ohne jedoch wirkliche Absichten mit ihr zu haben. Spät des Nachts verließ er polternd und Arm in Arm mit der Nachtelfe die Schenke, die pfeifenden Zurufe auf sein erfolgreiches Abschleppmanöver der Elfe freuten ihn nicht, aber sie bestätigten ihn in seinem Plan.

Er zog die Elfe sanft aber energisch mit sich, zu ihrem Lager nicht weit außerhalb der Mauern Theramore’s. Dort legte er sie in ihre Decken, zündete ein Feuer an und wartete den Morgen ab.

„Wie konntest du nur?!“
Lanthalon stand am Peer, gerade vor der die er am frühen Morgen aufgesucht hatte. Die Sonne stieg langsam über den Rand des Meeres und tauchte das Schiff in ein goldenes Licht. Dafür hatte Lanthalon jedoch keinen Blick übrig.
Er stand gebeugt vor einer entsetzten und zugleich ziemlich wütenden Juli, das schwarze Haar fiel ihm wild ins Gesicht und verdeckte es halb.
„Wie konntest du es wagen?!“, schluchzte Juli. Lanthalon schloss die Augen und erwartete was kommen würde. Die Frau trat energisch auf ihn zu und holte mit einer Hand aus, allerdings kam sie nicht dazu ihm eine Ohrfeige zu verpassen.
Schon war Darian herbei geeilt – ein schwerer Schlag traf Lanthalon im Gesicht, der Nächste den Magen.
„Warum?“, zischte ihm sein Bruder ins Ohr. Sein Blick war ungläubig – er schien den Grund nicht zu verstehen. Lanthalon hob seinen Kopf und blickte seinen Bruder an. Es lag keine Reue darin, aber eine tiefe Traurigkeit. Darian schüttelte verwirrt den Kopf, er kannte seinen Bruder.
„Warum hast du sie…betrogen?“
Weitab vom Peer, auf einem kleinen Hügel, stand die Elfe Leylin und beobachtete das treiben. Sie lächelte, denn das was ihr Freund dort unten tat war mehr als edel. Sie war stolz das er sich dafür entschieden hatte, denn sie hatten die Nächte zuvor lange darüber geredet.
Zu gerne wäre sie ihm nun an die Seite geeilt um ihn zu verteidigen, doch sie wusste das Lanthalon dies alleine durchstehen musste.
Denn im Endeffekt würde ihn das zu dem Mann machen, den sie erwartete.


Zwei Tage noch ankerte das Schiff im Hafen von Theramore und Darian wickelte so gut es ging die noch ausstehenden Geschäfte ab. Die rothaarige Frau der sah man in diesen Tagen nicht und auch Lanthalon hielt sich fern von der .

Am Morgen des dritten Tages wurden die Güter und Waren sicher auf der verstaut und es herrschte geschäftiges treiben auf dem Schiff, als Lanthalon und Leylin an Bord gingen.
...
„Ihr werdet das Schiff nicht betreten!“ Darian stellte sich mit düsterer Miene den beiden in den Weg.
„Du wirst uns nur bis Süderstade bringen,mehr verlangen wir nicht.“, entgegenete sein Bruder.
„Warum sollte ich das tun?“
„Weil er dein Bruder ist, und weil du ihn kennst.“ Leylin trat vor und blickte zu dem kleineren Mann hinunter. Darian war nicht von solch stattlicher Größe wie Lanthalon, und doch gab es eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den beiden.
Darian atemte tief durch dann trat er beiseite. „Ich will euch wenn möglich nicht unter Deck sehen, und ich will IHN nicht in Juliana’s Nähe sehen!“ Sein Kopf ruckte in Richtung Lanthalon, dann wandte er sich um. Kurz bevor er außer Hörreichweite war sagte er: „Wir segeln zunächst nach Beutebucht. Es wird einen Monat dauen bevor wir Süderstade erreichen.“ Damit ging er.
Lanthalon schwieg und griff nach Leylin’s Gepäck. Sie machte keine Anstalten zu widersprechen und folgte ihm.


Der Monat verging schnell, weder Lanthalon noch Leylin sprachen ein Wort mit Darian oder Juliana. Ab und an sah man Juliana auf dem Deck herum wandern, schweigend und nachdenklich. Erst nach und nach sickerte das Gerücht der Verlobung zwischen Juliana und Darian zu ihnen durch. Und beide verloren kein Wort darüber. Lanthalon blieb ungewöhnlich schweigsam und Leylin hielt den gewohnten Abstand zu ihrem Weggefährten.

Sie erreichten Süderstade an einem nebligen Abend im frühen Herbst. Darian begleitete seinen Bruder und die Elfe den Peer hinunter.
....
„Es tut mir Leid um die Dinge die passiert sind. Dennoch wünsche ich euch viel Glück.“
Lanthalon sah seinen Bruder an und lächelte schwach.
„Pass auf sie auf.“
„Das verspreche ich dir, Bruder.“
Leylin beobachtete schweigend wie sich die Brüder gegenseitig an der Schulter packten und sich ansahen. Im Stillen nahmen sie Abschied, ein Abschied der vielleicht für immer gelten würde. Dann wandte Lanthalon sich um. Auch Leylin wandte sich zum gehen.
„Passt auf ihn auf.“, rief Darian ihr hinterher. Doch die Elfe rührte dies kaum, mit leiser Stimme und festem Blick erwiderte sie: „Er hat gelernt das selbst zutun.“ Und verschwand.
Ein letzter Blick von Lanthalon galt der im Nebel liegenden Sehnsucht. Ein einziger, dunkler Schatten verharrte darauf, und er meinte eine wilde Mähne im Wind flattern zu sehen.
Er lächelte. Sie würde es gut haben bei Darian.


Wenige Wochen später heiratete Darian Forthing in Sturmwind. Es wurde kein großes Fest, und dennoch war er glücklich Juliana endlich an sich gebunden zu haben. Die Braut hingegen wirkte still und zurückhaltend, was eigentlich so gar nicht Juliana’s Art war. Und auch die nächsten Jahre blieb sie das. Darian schob es auf die schwierigen Umstände, unter denen sich das Paar verliebt hatte.

Sein Glück verdoppelte sich als Juliana ihm nach einigen Monaten endgültig bestätigte sie sei schwanger. ‚Ein Kind? Das war genau das, was ihre Liebe wieder bündeln würde.’

Seine Gedanken sollten sich nicht bestätigen. Denn mit dem Kind, wuchsen alte Erinnerungen in Juliana und sie sehnte sich bald nach etwas, dass sie verloren glaubte.



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