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Sie lächelte. Sie lächelte! Lisna strahlte.Das kleine Mädchen lächelte endlich wieder! Seid Tagen hatte sie nicht mehr gelächelt…sie überhaupt Atmen zu sehen hatte ein erleichtertes Gefühl hinterlassen. Die Gnomin lehnte sich gegen das alte Holz der Tür und ihr tiefes Seufzen löste bei ihrem Gegenüber ein heftiges Zucken aus.
Verdammt! „He Kleine ich hab’ hier was zuess’n.“ Das kleine Tablett in der linken Hand balanciert betrat Lisna eilig das kleine Zimmer. Es war nicht das schönste ihrer Zimmer, aber es war eines, das am wenigsten an das erinnerte, was Frauen normalerweise hierdrin zutun pflegten. Die blassrote Farbe an den Wänden, die weichen, ebenfalls blassrot gefärbten Pelze auf dem knarrenden Boden und die roten Tücher und Stoffe die über dem breiten Bett und dem kleinen Tisch mit den Stühlen geschlungen waren machten nicht gerade den Eindruck als handelte es sich hier um ein Kinderzimmer.
Und dennoch lag in eben diesem Bett vor ihr ein junges Mädchen, vielleicht nicht mehr jung genug um Kind genannt zu werden, dennoch noch nicht soweit sich Frau zu nennen.
Lisna setzte ihr mütterliches, fürsorgliches Lächeln auf und stellte das Tablett auf den kleinen Nachttisch. Das verschreckte, hin und her huschende Augenpaar und das dazugehörende, im letzten Winkel des Bettes hockende Mädchen beachtete sie gar nicht.
„Iss’ das hier auf, wird dir gut tun.“
Sie sah mehr einem verschreckten Reh als einem Menschen ähnlich. Ihre großen, weit aufgerissenen Augen schienen die Gnomin in aller Eile nach „verdächtigen“ Utensilien abzusuchen, während der Körper unter der bleichen Haut zu zittern begann.
Hinter diesem Zustand steckt ein wunderschönes, junges Mädchen. Dachte Lisna und ließ einen fachmännischen Blick über das hellhäutige Mädchen gleiten.
Das hellsilberne Haar ließe sich hübsch frisieren, und ein dezentes Make-up würde die mandelförmigen, herrlich leuchtenden Augen noch hervorheben. Sie würde ein gutes, und ein beliebtes Mädchen werden. Und den richtigen Hintergrund für ein professionelles Gewerbe hatte sie auch.
Lisna hatte nicht bemerkt wie sie sich auf das Mädchen zu bewegt hatte, doch als sie blinzelte stand sie schon hinter dem Mädchen und die für eine Gnomin schlanken Finger glitten durch das seidige, hellsilberne Haar.
Sie könnte ihr altes Zimmer wiederherrichten lassen. Eine neue Farbe müsste es sein, denn das rot war mittlerweile verblasst und die Tücher rochen seltsam. Und sie könnte sich um die Kleine kümmern, die offensichtlich ziemlich verstört war.
„Hör zu Kleines, iss’ das jetzt auf, dann mach’ ich dir ’ne schöne heiße Wanne fertig.“ Lisna ließ das lange Haar los und ging zurück zur Tür. Der Gang der Gnomin war keineswegs unbeholfen, er war immer noch geübt elegant und die Spur Einladung in ihrem Hüftschwung war noch nicht ganz verflogen.
Sie schloß die Tür leise hinter sich und blickte über den Flur zu den anderen Zimmern. An vier der acht Türen hingen kleine Zettel, die anzeigten dass es belegt und mit einem Zauber für die Geräuschsdämpfung belegt waren.
Lisna lächelte zufrieden. Das Geschäft lief heute gut, und unten in der Küche würde es bald herrlich nach einigen leichten Speisen duften, die sich wunderbar nach einer anstrengenden Tätigkeit verköstigen ließen.
Ihr letzter Gedanke ging zurück zu den beiden umherhuschenden Augen, von dem das eine ein weiches braun, das andere ein saphirfarbenes Leuchten zeigte.
Mal sehen was ich aus ihr machen kann, und wieweit man sie überhaupt noch retten kann.



Der spitze Schrei, gefolgt von einem hellen Lachen ließ Lisna von ihrem Strickzeug aufblicken. Yaiiri saß in einer Ecke der großen Wohnküche, in einer Hand hatte sie einen Kohlestift und auf ihrem Schoß ruhte ein Block mit gebleichtem Pergament, den sie zu ihrem 18. Geburtstag von Lisna bekommen hatte.
Schon wieder dieses Lachen. Lisna schüttelte leicht den Kopf und beugte sich wieder über ihren halbfertigen Strickpullover. Schon seid Tagen murmelte sie immer wieder vor sich hin, lachte in unergründlichen Situationen und schien jemanden neben sich zu sehen, den kein anderer dort sah.
„Quatsch.“ ,sagte Lisna laut und wurde sich erst eine Sekunde später bewusst darüber. Eilig sah sie zu Yaiiri hinüber, die sie neugierig aus zwei unterschiedlichen Augen anblickte.
„Was ist Quatsch?“ Yaiiri hatte eine helle Stimme, welche leicht in ein verführerisches, dunkleres Timbre umschlagen konnte.
„Ah, ich musste gerade nur daran denken dass der blonde Herr schon wieder nach dir gefragt hat.“ Die Gnomin grinste, und von ihrem Gegenüber erntete sie ein kindisches Kichern. Lisna widmete der jungen Frau einen ernsten Blick.
„Das ist mein ernst. Er hat mich gebeten alle Termine die bei dir möglich sind zu reservieren.“ Lisna entfuhr ein Schnauben. „Als ob er das bezahlen könnte. Du solltest aufhören mit den kleinen Jungen zu spielen.“
Empört schnaufte Yaiiri, bei ihr klang es jedoch eher niedlich als warnend.
„Ich spiele nicht mit ihm! Ich war lediglich freundlich zu ihm…“
„Du hast mit ihm gespielt. Und er hat sich Hals über Kopf in die verliebt.“, schnaubte Lisna.
Innerlich musste sie dennoch zufrieden grinsen.

Yaiiri war eine hübsche junge Frau geworden. Sie war um einiges gewachsen, das silberblonde Haar reichte ihr bereits bis zum Po hinab und war gepflegt, ebenso wie ihre immer noch blasse Haut, die ihr ein fast puppenartiges Aussehen verlieh. Ihre Bewegungen waren durch viele Übungen geschmeidig und elegant geworden, stets etwas leichtes, Verführerisches im Gang. Die Unschuld die ihr aber seid jeher anhaftete konnte sie nie völlig abschütteln. Doch gerade das erweckte das Interesse der Männer, die Lisnas Haus des roten Mondes betraten oder von ihren Mädchen hereingeholt wurden.
„Oh wirklich? Hat er das zu dir gesagt?“
„Was?“ , fragte die Gnomin unschuldig.
„Ob er in mich verliebt ist natürlich!“ Yaiiri tat empört und stürzte auf den Stuhl ihrer Freundin zu.
„Yaii! Du hast den armen Kerl fast zur Verzweiflung getrieben, immerhin weiß er das er sich keinen von uns hier leisten kann.“
Lisna kicherte. Es gab kaum Männer die sich dies hier oft leisten konnten, ausser sie besaßen viel Reichtum oder ein hohes Ansehen.
„Es hat mich interessiert ob ich es schaffe.“, räumte Yaiiri ein.
„Natürlich schaffst du es Männer anzuziehen, wie ein Stück Käse die Tunnelratten.“ Sie schenkte Yaiiri ein Lächeln und strich ihr über die weichen Haare.
„Vielleicht wird es langsam Zeit für dich auch ein Zimmer zu bekommen. Wenn du möchtest.“
In Yaiiris Blick mischte sich kurzzeitig der selten geworden ängstliche Ausdruck, der jedoch schnell von wachsendem Interesse gedeckt wurde.
„Du bist nun schon fast ein Jahr bei uns“ ,fuhr Lisna fort. „Und ich denke wenn du möchtest kann ich dir dein Zimmer etwas hübscher machen lassen. Dann wird es den Männern sicher gefallen.“
Yaiiri legte den Kopf leicht schief und blickte kurz zur Seite, bevor sie sich wieder der Gnomin zuwandte und langsam nickte.
„Das wäre keine schlechte Idee“ ,stimmte sie zu.
„Du weißt dass es nichts Schlimmes ist, immerhin kennst du die anderen Mädchen und hast viele ihrer Erzählungen gehört.“
„Es ist in Ordnung Lisna. Du kannst alles arrangieren.“ Yaiiri lächelte dünn, ein Ausdruck den sie nur selten in einsamen Momenten auflegte und der eine gewisse Distanz schaffte. Lisna reagierte automatisch und nickte knapp, schob sich und ihr Strickzeug von ihrem kleinen Sessel und machte sich auf den Weg zum Herd.
„Ich werde dir einen netten Herrn für deine erste Nacht aussuchen. Ich sage dir dann bescheid.“
Yaiiri erhob sich und nickte, ein kurzer Blick galt der leeren Ecke, ein weiterer Lisna, dann verschwand sie die Treppen hinauf in ihr Zimmer.
Ab und zu ist sie ein seltsames Mädchen, aber das war sie wohl schon immer, dachte Lisna, während sie das Strickzeug beiseite legte und mithilfe eines Löffels und ein wenig Kunst rührte sie in einem großen Topf dampfender Suppe.
Sie seufzte. Yaiiri würde einen weichen, rücksichtsvollen Mann benötigen, um sich einzuleben und auszuprobieren. Einen erfahrenen Mann also, der ihr gegebenenfalls Ideen schenken und ihr helfen konnte. Lisna ließ den Löffel nachdenklich kreisen. Vielleicht sollte sie ihn wirklich bitten, auch wenn er noch nie als Besucher in das Haus des roten Mondes gekommen war, sondern stets als Freund des Hauses. Er war zuvorkommend, rücksichtsvoll und erfahren genug um es Yaiiri so einfach wie möglich zu machen. Und er sah gut aus, das würde das junge Mädchen bestärken. Lisna nickte und grinste. Sie würde ihm gleich nachher einen Brief schicken.

Yaiiri blickte sich in ihrem neuen Zimmer um. Es war recht hübsch, keine aufdringlich roten oder rosa Tücher, sondern ausschließlich weiße und hellblaue Tücher aus weichem Stoff. Sie lächelte zufrieden und begann ihr langes Haar zu einem Zopf zu flechten.
Heute Abend würde er kommen – ihr erster Mann. Und sie hatte sich vorgenommen ihm professionell einen wunderschönen Abend zu bereiten, von dem er noch lange träumen würde. Dann würde sie auch einmal etwas zu erzählen haben, wenn die Mädchen des Hauses des roten Mondes am großen Eichentisch saßen, wild durcheinander schwatzten und von ihren Männern erzählten. Sie ließ sich in einen der wundervoll weichen Sessel fallen, die von hellblauem Stoff umhüllt waren. Ihr Blick glitt zu dem Geschöpf auf dem Sessel ihr gegenüber. Der Anblick des schlanken Sukkubus erschreckte Yaiiri keineswegs. Es war keine Seltenheit Sarynn gelassen und in ihrer lassziven Position zu sehen,die sie einnahm sobald man sie erblickte. Auch die dämonische Sprache ging Yaiiri leicht von den Lippen als sie ansetzte etwas zu sagen.
„Du musst nachher verschwinden, ich bekomme Besuch.“ Ihr Lächeln wirkte arrogant und träge, etwas das sie bis in ihr späteres Leben beibehalten sollte.
„Besssuch?“, flötete die Sukubus im verführerisch rauen Timbre das sie ständig begleitete. „Dann issst ess endlich soweit? Meinssst du du hassst genug geübt?“
Die Sukubus lächelte verführerisch, und entblößte dabei ihre spitzen Eckzähne. Ob sie auch anders Lächeln konnte? Mochte es ein Fluch sein Begierde auszulösen egal wo man war?
Yaiiri nickte, plötzlich ein Spur der alten Unsicherheit in ihren Augen.
„Ich bin doch bereit…oder?“
„Kleinesss du bissst berrrreit, glaub mirrr.“, schnurrte der Dämon und schenkte ihr ein seltenes Glitzern der ansonst kalten Augen.
„Ich hoffe es…Lisna hat alles arrangiert.“
„Die Gnomin kennt sssich ausss.“
„Ja…Ja, Lisna weiß schon was sie tut.“
Als Yaiiri sich umdrehte war die Sukkubus bereits verschwunden. Sie seufzte und schob sich aus dem Sessel. Während sie sich ein langes, weißes Seidenhemd überstreifte und noch einmal ihr dezentes Make-up überprüfte ging sie in Gedanken noch einige Ideen durch, die sie heute Abend zur Anwendung bringen wollte.
Heute sollte ein besonderer Abend werden.



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